Trauer

Was ist Trauer? Im Allgemeinen wird darunter eine Reaktion verstanden, die Folge der Bewusstwerdung eines großen Verlustes ist. Neben einem höchst emotionalen Aspekt dieses Zustandes der Trauer steht ein Verhaltensaspekt. Hier geht es um die Bewältigung und die Verarbeitung des seelischen Schmerzes, der z. B. durch den Tod eines nahe stehenden Menschen, aber auch durch den Verlust eines Tieres ausgelöst werden kann. Der Tod eines geliebten Tieres ist für viele Tierhalter oft ähnlich belastend wie der Tod eines engen Familienmitgliedes.
Bedeutsam werden in dieser Situation Orte für Trauer und die Frage nach einem Ritual, das Trauernden Halt geben kann, vielleicht Ängste bannen kann; eben ein Ort, der Platz für Emotionen gibt. Ein Beispiel hier für sind Tierfriedhöfe. Meist recht verborgen gelegen und in ihrer Existenz nicht recht präsent in der Öffentlichkeit. Aber trotz einer Tradition des Antiritualismus in der modernen Gesellschaft gibt es sie, und sie zeugen von Schmerz, Hilflosigkeit und dem großen Bedürfnis der Trauer einen Platz zu geben. Ein Beispiel sind auch die immer häufiger werdenden virtuellen Gräber im Internet.

Natürlich unterliegen auch Tierfriedhöfe gesetzlichen Rahmen und kommen nicht ohne Friedhofsordnung aus. Auch die Frage, ob Kreuze für Tiere erlaubt sind oder nicht, wird diskutiert und gegebenenfalls geregelt, d. h. zuweilen verboten (so soll die Stadt Kitzingen entschieden haben: “Kreuze sind christliche Symbole, und Tiere sind nicht christlich“.). Der Tierbestattungsmarkt bietet beim Grabschmuck allerlei Besonderheiten wie gravierte Granitgrabsteine, Engelchen und Laternchen. Diese „Angebote“ werden mehr oder weniger angenommen. Aber der trauernde Tierbesitzer, der von Nichttierbesitzern vielleicht noch für neurotisch gehalten und von Freuden belächelt wird, findet Rituale, um mit seinen Verlustgefühlen umzugehen. Er gestaltet den Ort für seine Trauer und das Tiergedenken voller Hingabe. So zeugen diese Plätze von großer Emotionalität.